Die im Juni bekannt gewordenen Vertriebsverbote für einen PV-Balkonkraftwerk-Speicher ohne Leitungsüberlastschutz haben Bestand. Das hat Auswirkungen auf einen Millionenmarkt. Hintergrund ist eine Schutzlücke: Die Steckdoseneinspeisung setzt die Absicherung des Stromkreises herauf. Die Sicherung kann ihre Schutzfunktion, die Leitung vor Überhitzung zu bewahren, dann unter Umständen nicht mehr erfüllen. Genau deshalb fordern die VDE-Normen beim Anschluss von mehr als 960 Wp Modulleistung (etwa zwei Solarmodule) eine technische Schutzmaßnahme für den Leitungsüberlastschutz. Die Rechtsbehelfe der beiden betroffenen Fachhändler gegen die einstweiligen Verfügungen, die die Landgerichte Bochum und Osnabrück unabhängig voneinander auf Antrag des Berliner PV-Plug-In-Pioniers Indielux GmbH erlassen hatten, sind im Kern gescheitert: Das Osnabrücker Verbot wurde nach mündlicher Verhandlung in vollem Umfang aufrechterhalten und umfassend begründet, das Bochumer wurde überwiegend bestätigt und ist rechtskräftig.

„Zehn Jahre haben wir in der DKE-Normung daran mitgearbeitet, die Steckdoseneinspeisung sicher möglich zu machen, der Leitungsüberlastschutz war dabei das zentrale Sicherheitsthema. Dann kamen Geräte auf den Markt, mit denen sich die Elektroinstallation auf mehr als 200 °C erhitzen lässt. Am Ende blieb nur der Rechtsweg, damit diese Anforderung ernst genommen wird.“

– sagt Marcus Vietzke, Indielux-Geschäftsführer. Vietzke ist Mitautor der Produktnorm DIN VDE V 0126-95 und verhandelte die Laienanmeldung in die Netznorm VDE-AR-N 4105, die es Verbrauchern seit November 2018 erlaubt, Steckersolargeräte ohne Elektriker anzumelden. Ein Produkt, das gegen das Produktsicherheitsgesetz verstößt und nicht verkauft werden darf, kann einen Sachmangel im Sinne des Kaufrechts aufweisen. Betroffene Käufer können sich gegenüber ihrem Händler auf die gesetzliche Gewährleistung berufen und Nachbesserung verlangen, im Regelfall bis zu zwei Jahre nach Übergabe der Ware. Zudem könnten Betroffene selbst Maßnahmen ergreifen. Auf keinen Fall darf die Einspeiseleistung auf mehr als 800 W eingestellt werden. Das Herunterregeln senke das Risiko, ersetze aber keine technische Schutzmaßnahme im Sinne der Norm. Eine Elektrofachkraft kann eine spezielle Wieland-Einspeisesteckdose einbauen, die mit dem maximal zulässigen Einspeisestrom gekennzeichnet sein muss. Dafür ist die Leitungsreserve des Stromkreises anhand der Verlegeart zu ermitteln. Liegt sie unter 3,5 A, lässt sie sich durch den Einbau einer kleineren Sicherung schaffen, der klassische, aber aufwendige Weg. Indielux hat mit „ready2plugin“ eine Sicherheitstechnologie für den Steckdosenanschluss von Solaranlagen und Steckerspeichern entwickelt. Erster Lizenznehmer von „ready2plugin“ ist der deutsche Anbieter „Maxxisun“ mit dem Speichersystem „Maxxicharge V2+“. Es speist mit bis zu 2.300 W über die Haushaltssteckdose ein. Auch die Marktaufsichtsbehörden befassen sich inzwischen mit dem Thema: Eine von ihnen hat Indielux um eine Sicherheitsanalyse zur Gefährdung durch Balkonkraftwerk-Speicher ohne Leitungsüberlastschutz gebeten.

SHK Profi – Fachzeitschrift und Profimagazin für das Handwerk (Bauverlag BV GmbH), 24. September 2026

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Kategorien: Pressespiegel