
Marcus Vietzke, Gründer von Indielux, hat mit der Arbeitsgruppe PVplug der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. (DGS) die bestehenden Normen für den Anschluss von Balkonkraftwerken geöffnet und den Antrag für die Produktnorm gestellt.
Er sagt: „Für alle Hersteller innerhalb des 960-Watt-Rahmens vereinfacht die Norm die Prüfung. Alle anderen müssen nach wie vor selbst den Nachweis führen, dass ihre Produkte sicher sind – und das geht jetzt nur noch mit Sicherheitstechnologie oder Wielandstecker.“
Sein Unternehmen hat mit ready2plugin nach eigenen Angaben die leistungsfähigste und einzig geprüfte Technologie für die Steckdosen-Einspeisung entwickelt, die sicherstellt, dass die Hausinstallation selbst bei 9.000 Watt Solarmodulleistung nicht überlastet wird. Bislang richtet sich das Baukastensystem vor allem an Anwender mit elektrotechnischen Kenntnissen. Indielux bietet Balkonkraftwerk-Speicherherstellern nun die Lizenzierung der Technologie an – Ziel ist es, ready2plugin als Standard-Sicherheitstechnologie für die Steckdosen-Einspeisung zu etablieren, „wie das ABS in den Autos“, so Vietzke. Im Prinzip könnten alle smarten Balkonkraftwerk-Speicher auf dem Markt per Softwareupdate nachgerüstet werden. Der erste Hersteller, der diesen Schritt gegangen ist, ist Maxxisun aus Deutschland.
Norm-Experte Vietzke sagt: „Im Schadensfall, haftet grundsätzlich der Hersteller – ersatzweise der Importeur oder Händler. Wird ein Produkt mit Schukostecker ausgeliefert, übernimmt der Hersteller damit die Haftung für den Steckdosenanschluss. Nimmt er dabei einen Normverstoß in Kauf – wissentlich oder unwissentlich – hat das Konsequenzen für den Hersteller, nicht für den Kunden.“
Was man daher nicht tun sollte: alles aus Komponenten zusammenstellen, dann ist man selbst in der Haftung. Vor diesem Hintergrund ist entscheidend, wo man sein Steckersolargerät kauft.
IMTEST [Test- und Verbraucherportal der FUNKE Mediengruppe], imtest.de, 21. Februar 2026