Rund 20.000 installierte steckbare Solarmodule gibt es schon in Deutschland – so Marcus Vietzke, Koordinator der AG Stecker-PV der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) – allerdings geschieht das bislang in einer rechtlichen Grauzone. Leider sehe es bisher nicht danach aus, dass der Entwurf den Weg zur Installation von sogenannter „Guerilla-Photovoltaik“ in Deutschland leichter mache, wie Vietzke gegenüber Sandra Enkhardt vom pv magazine erläuterte. Vietzke wörtlich:

„Der Entwurf für die DIN VDE 0100-551-1 macht die Installation steckbarer Photovoltaik-Geräte bis 600 Watt nicht leichter, sondern im Gegenteil: Es wird ein separater Einspeisestromkreis gefordert, der immer eine zusätzliche Elektroinstallation durch einen Fachbetrieb erfordert.“

Im aktuellen DKE-Entwurf fehlen laut Vietzke Regelungen für die Netzeinbindung von PV-Geräten bis 600 Watt – kleine Anlagen, für die es in anderen Ländern Bagatellgrenzen gibt. Die Einbindung könnte ganz einfach über den SchuKo-Stecker (Typ F) im Endstromkreis erfolgen.

„Es gibt Reserven, die sicher für die Einspeisung genutzt werden können. Diese haben die österreichischen, schweizerischen und niederländischen Gremien auch anerkannt. Das deutsche Gremium ignoriert das bisher. Deutsche Ingenieure haben sichere Systeme entwickelt und führen mit Gutachten sowie in der Praxis den Nachweis, dass kleine Photovoltaik-Geräte im Endstromkreis sicher zu betreiben sind. Der DKE-Entwurf spiegelt diese Erfahrung in seiner jetzigen Form nicht wieder.“ Vietzke hat nach eigenem Bekunden vergeblich versucht, auf diese Sachverhalte hinzuweisen. „All das wurde nicht berücksichtigt.“

Dabei seien die Sicherheitsbedenken für die kleinen Anlagen längst ausgeräumt.

SOLARIFY.DE [das unabhängige Informationsportal für Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende] (Circular Valley Stiftung Wuppertal), 1. September 2016

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Kategorien: Pressespiegel