
Solaranlagen, die man direkt in die Steckdose stecken kann, sind genial – aber umstritten. Vor einigen Jahren machten diese Kleinanlagen von sich reden, sie sollten die Energiewende endlich in die großen Städte, in die Zwei-Zimmer-Wohnungen und Mietshäuser bringen, wo die eigene Energieerzeugung bislang ein Wunschtraum war. Guerilla-Photovoltaik nennt sich das Konzept, weil es zunächst keine gesetzliche Regelung für solch kleine Anlagen gab. Doch die Elektro-Revolution verlief im Sande. Nun wird eine neue Norm diskutiert, die den Durchbruch bringen soll. Seit Kurzem ist der Entwurf dazu öffentlich. Marcus Vietzke von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie kritisierte im PV-Magazine:
„Wenn der Entwurf so in die Norm einfließt, werden auch die fortschrittlichen Netzbetreiber, die bisher die Installation mit SchuKo-Stecker geduldet haben, einen Einspeisestromkreis fordern.“
Damit bliebe es bei „Guerilla-Photovoltaik“ – also dem Betrieb in einer rechtlichen Grauzone. Aber bis Weihnachten bleibt noch Zeit, Einwände gegen die Norm vorzubringen.
wiwo.de (Handelsblatt GmbH), 6. September 2016